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Mitteilung vom 08.01.03

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Ein Sachse mit westfälischen Wurzeln
Dr. Gerhard Wolf ist im LWL-Westfalenparlament Fraktionsvorsitzender der FDP

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Lippstadt (lwl). Es ist bekannt: Sachsen reisen gerne. Dazu gehört auch, sich dort wohlzufühlen, wo man sich gerade aufhält. Dr. Gerhard Wolf ist Sachse. Auf die Frage, ob er seine Heimat, das Städtchen Oberlungwitz am Fuße des Erzgebirges, nicht vermisse, antwortet der FDP-Fraktionsvorsitzende aus dem Westfalenparlament des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL): "Ich bin dort verwurzelt, wo ich lebe". Und das ist Westfalen, seit mehr als 50 Jahren. Nur unterbrochen durch sein Studium der Rechtswissenschaft und die Referendarausbildung in Göttingen, München, Berlin, Bonn und Karlsruhe lebt Wolf seit 1950 in Lippstadt. Die großen Universitätsstädte konnten ihn nicht halten: Gerhard Wolf ist nach seiner Ausbildung nach Lippstadt zurückgekehrt. Dort hat er eine Familie mit drei Kindern gegründet und eine Anwaltskanzlei mit aufgebaut, dort war er Bürgermeister und ist im Musikverein und im Kunstverein aktiv. Der Sachse hat längst westfälische Wurzeln geschlagen. Ohne jedoch seine Herkunft abzustreifen. "Das Sachsentum an mir lässt sich nicht verleugnen", meint der FDP-Politiker und spielt damit z.B. auf seinen bissigen Humor an. Er spreche mitunter eine Sprache, die nicht jeder verstehe, vor allem auf der politischen Bühne. Gerhard Wolf ist ein Zwischenrufer, meldet sich auch unaufgefordert zu Wort. Zu einer guten Debatte gehöre nun einmal ein Schlagabtausch in humoristischer Form, ist er überzeugt und steht damit manchmal alleine da. Der Fraktionsvorsitzende trägt dazu bei, im politischen Alltag ein bestimmtes Klima zu erzeugen: "Rau, aber herzlich", soll das sein, so wie Wolf selbst.

Er ist Anwalt und Notar geworden, um sich dafür einzusetzen, dass Recht und Freiheit siegen. Denn Wolf hat auch schon das Gegenteil erfahren. Den SED-Staat hinter sich zu lassen und in den Westen zu fliehen, war eine der prägendsten Erfahrungen in seiner Jugend. Politiker ist er geworden, um Dinge voranzubringen, die er für richtig hält. Das war Anfang der 60er Jahre die Deutschlandpolitik der FDP.

Damals arbeitete Wolf als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bonn. Wenn er Zeit hatte, fuhr er mit dem Bus zum Bundestag und hörte sich dort die Debatten an. Er konnte sich plötzlich vorstellen, selber dort zu sitzen und Politik zu machen. Und da Gerhard Wolf manchmal Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffe, sei der Schritt in die Partei nur noch ein kleiner gewesen.

Er wurde Mitglied des FDP-Ortsverbandes Lippstadt, ein paar Jahre später des Stadtrates. Dort rückte er zum stellvertretenden Bürgermeister auf und wurde 1974 zum Bürgermeister gewählt. Das verbucht Gerhard Wolf heute noch als einen großen Erfolg, nicht nur für sich persönlich, sondern auch für die kleine Fraktion. 1975 kam der Politiker zum LWL. Im Westfalenparlament setzt er sich dafür ein, das Profil des Verbandes zu schärfen. "Der LWL soll sich auf die Aufgaben konzentrieren, die wirklich regional sind."

Er ist ein Querdenker, der keine Ruhe gibt. Und sie doch so gerne manchmal hätte: "Politik geht auf Kosten der Familie." Gerhard Wolf ist nicht erstaunt, dass seine drei Kinder im Alter von 32 bis 36 Jahren einen großen Bogen um die Politik machen. Er selbst spüre, wie schmerzlich es ist, auf vieles zu verzichten. Nur noch selten sitzt Wolf an der Orgel der Augustiner-Brüderkirche von Lippstadt. Dabei sei er doch ein "fast fanatischer Bachfreund". Eine kleine Lösung hat er gefunden: Auf den Fahrten von Lippstadt nach Münster schaltet er im Autoradio einen Klassiksender ein und hofft auf - Bach.






Pressekontakt:
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