Mitteilung vom 09.09.08
Presse-Infos | Kultur
Tag des offenen Denkmals:
Führungen zu alten Domfundamenten, zur Geroldskapelle in der Kaiserpfalz und durch die Altstadt
Paderborn (lwl). Für kaum eine Stadt gilt das diesjährige Motto des Tags des offenen Denkmals: ¿Vergangenheit aufgedeckt ¿ Archäologie und Bauforschung¿ so deutlich wie für Paderborn: Interessierte können hier die Stadtgeschichte allerorts an archäologischen Funden und Befunden verfolgen und anhand der erhaltenen Substanz nachvollziehen. Das macht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am kommenden Sonntag (14.09.) anlässlich des Tag des offenen Denkmals mit verschiedenen Angeboten deutlich.
Die Geschichte der Paderborner Archäologie reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück. 1964 begann Wilhelm Winkelmann, Archäologe des LWL mit Ausgrabungen nördlich der Domkirche. Die Entdeckung der karolingischen Kaiserpfalz hier in Paderborn war damals eine archäologische Sensation, die den Besuchern am Tag des offenen Denkmals näher gebracht wird. Der angebliche Thron Karls des Großen und die selten gezeigte Geroldskapelle sind Teil einer umfangreichen Spezialführung, die um 11, 13 und 15 Uhr beginnt. In den Überresten der karolingischen Pfalzaula können Kinder ¿Spielen wie im Mittelalter¿ (13 bis 17 Uhr).
Eine weitere Großgrabung war der Erforschung der Domkirche Anfang der achtziger Jahre gewidmet. Der Pfalzkirche von 777 folgten fünf große Dombauten bis zur heutigen Bischofskirche des 13. Jahrhunderts. Der 799 für den Papstbesuch errichteten Kirche von ¿wunderbarer Größe¿ wurden verschiedene Anbauten angefügt, die mit der Grabstätte für den 836 nach Paderborn überführten Leichnam des heiligen Liborius zusammenhängen. Ein geplanter und begonnener Umbau des Doms unter Bischof Rethar fiel im Jahr 1000 einem Großbrand zum Opfer. Es war Bischof Meinwerk, der seiner Stadt eine neue Domkirche schenkte. Unter dem Westbau des Domes sind die ergrabenen Fundamente konserviert worden und werden für die Besucher mit Genehmigung des Domkapitels ausnahmsweise geöffnet (in der Zeit von 14 bis 16.30 Uhr jede halbe Stunde eine Führung, Treffpunkt ist die rote Pforte des Doms, Karten ab 10 Uhr am Stand beim Museum in der Kaiserpfalz).
Hier wird auch ein besonderer Fund der LWL-Stadtarchäologie vorgestellt. Am Kötterhagen entdeckten die Ausgräber zwei Krippenfiguren aus weißem so genannten Pfeifenton aus dem 15./16. Jahrhundert, die ältesten Nachweise für eine Hauskrippe in Westfalen. Dargestellt ist das Christuskind in der Wiege mit Weltkugel und Kreuz. Die vollständig erhaltene Figur wurde nachgebildet und die Abgüsse werden zu Gunsten der Sanierung der Franziskanerkirche verkauft.
Die LWL-Stadtarchäologie lädt ein um 16 Uhr zu einer archäologischen Spurensuche durch die Paderborner Altstadt (Treffpunkt: Museum in der Kaiserpfalz). Aktuelle und vergangene Ausgrabungen werden besucht. Weitere Führungen sind der Abdinghofkirche, der Gaukirche, dem Bischofspalast dem Kapitelsaal und dem Paderquellgebiet gewidmet.
Neben Führungen und Vorträgen können Interessierte auch wieder zwischen Kaiserpfalz, Dom, Gaukirche und Abdinghof einen Markt besuchen. "Vergangenheit braucht Zukunft" lautet hier das Motto. 30 Institutionen, Vereine und Fachfirmen informieren über ihre Arbeiten mit und am Denkmal.
Offiziell eröffnet wird der Tag des offenen Denkmals um 14 Uhr von Maria Seifert, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, und Dietrich Honervogt, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Paderborn, an der Abdinghofkirche vor dem Paul-Gerhardt-Haus.
Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 20.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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